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Strategie · 27. Juli 2026 · Aktualisiert 27. Juli 2026

Inhouse-KI-Schulung im Schweizer KMU - Formate, Dauer, was sie kostet

Zwei Stunden oder vier, wie viele Personen eine Gruppe verträgt, was den Preis bestimmt - und woran Sie eine schlechte Offerte für eine KI-Schulung im eigenen Betrieb erkennen.

Autor

Reto Lutz

Gründer & KI-Trainer

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Unterschied zum offenen Kurs ist nicht der Ort, sondern dass alle im Raum dieselben Prozesse kennen und die Übungen deshalb an echten Firmenaufgaben laufen können.
  • Die Formatfrage entscheidet sich an der Gruppengrösse, nicht am Budget: Ab etwa einem Dutzend Teilnehmenden kann niemand mehr am eigenen Rechner mitarbeiten - dann ist der kurze Überblick ehrlicher als der lange Hands-on-Termin.
  • Bei ai-edu kostet der zweistündige Impuls für bis zu 20 Personen CHF 1'900, die vierstündige Vertiefung für bis zu 12 Personen CHF 4'400, jeweils ohne Mehrwertsteuer.
  • Die teuerste Variante ist die Schulung, nach der niemand etwas ändert. Planen Sie deshalb vorher, welcher konkrete Arbeitsschritt danach anders läuft.
Zwei Personen arbeiten gemeinsam am Laptop - Symbolbild für eine Schulung an echten Arbeitsaufgaben.
Inhouse heisst nicht "im eigenen Haus", sondern "an den eigenen Aufgaben". Der Ort ist die kleinere Hälfte. Bild: DC Studio / Freepik

Die Anfrage kommt meistens in derselben Form: “Wir würden unser Team gern einmal zu KI schulen. Was kostet das?” Die Frage ist berechtigt, aber sie steht an dritter Stelle. Davor liegen zwei Entscheidungen, die den Preis erst bestimmen - und die in fast jedem Gespräch übersprungen werden.

Dieser Beitrag geht sie der Reihe nach durch: Was “inhouse” tatsächlich bedeutet, wie man zwischen kurzem Überblick und langer Vertiefung wählt, was das kostet und woran Sie merken, dass eine Offerte an Ihrem Problem vorbeigeht.

Was “inhouse” wirklich bedeutet - und was nicht

Inhouse wird oft als Ortsangabe verstanden: Der Trainer kommt zu uns statt wir zu ihm. Das ist der uninteressante Teil. Der Unterschied, der zählt, ist ein anderer.

In einem offenen Kurs sitzen Menschen aus verschiedenen Firmen im selben Raum. Das zwingt jede Übung auf ein neutrales Beispiel: eine erfundene Firma, ein generischer Text, ein Datensatz, den niemand kennt. Die Teilnehmenden lernen das Werkzeug - und übersetzen danach allein, was das für ihre Arbeit heisst. Diese Übersetzung ist der Schritt, an dem die meisten Weiterbildungen versanden.

Inhouse fällt dieser Schritt weg. Alle im Raum kennen dieselben Prozesse, dieselben Systeme, dieselben Reibungspunkte. Eine Übung kann deshalb lauten: “Nehmen Sie die Offerte, die Sie gestern geschrieben haben.” Das geht in einem offenen Kurs nicht - schon aus Vertraulichkeitsgründen nicht.

Der zweite Effekt ist weniger offensichtlich, aber im KMU oft der wichtigere: Wenn ein ganzes Team gemeinsam dieselbe Einordnung bekommt, entsteht eine gemeinsame Sprache. Die Diskussion “dürfen wir das überhaupt” muss danach nicht mehr in jeder Sitzung neu geführt werden.

Aus demselben Grund biete ich keine offenen Kurse mit gemischten Teilnehmenden an. Jede Schulung findet inhouse für ein Unternehmen statt, mit dessen eigenen Aufgaben und dessen Mitarbeitenden im Raum. Das ist zugleich die Grenze des Formats: Wer eine einzelne Person weiterbilden will, ist mit einer Einzelbegleitung besser bedient - der Aufwand einer massgeschneiderten Session lohnt sich erst ab einer Gruppe.

Die eigentliche Entscheidung: Gruppengrösse vor Dauer

Die meisten Anfragen kommen mit einer Vorstellung zur Dauer (“ein halber Tag”) und einer offenen Zahl bei den Teilnehmenden (“so 15 bis 25 Leute, mal schauen”). Das ist genau die falsche Reihenfolge, denn die Gruppengrösse entscheidet, welche Dauer überhaupt sinnvoll ist.

Der Grund ist mechanisch. In einem Hands-on-Workshop arbeitet jede Person am eigenen Rechner an einer eigenen Aufgabe. Wenn etwas hakt - und es hakt immer -, braucht es jemanden, der über die Schulter schaut. Ab etwa einem Dutzend Personen ist das nicht mehr leistbar. Man kann den Termin trotzdem durchführen; dann sitzen aber acht Leute daneben und warten, während drei betreut werden. Vier Stunden in dieser Konstellation sind teurer und frustrierender als zwei Stunden ehrlicher Überblick.

Daraus ergeben sich zwei brauchbare Formate:

Kurzer Überblick, grosse Gruppe. Zwei Stunden, bis etwa 20 Personen. Ziel ist Kalibrierung: Was leisten die Werkzeuge heute wirklich, wo sind die Grenzen, welche Risiken zählen tatsächlich und welche sind aufgebauscht. Live vorgeführt, nicht als Folienschlacht. Das Format taugt für Abteilungen, Leitungsrunden und als gemeinsamer Startpunkt vor einer breiteren Einführung.

Vertiefung, kleine Gruppe. Vier Stunden, bis etwa 12 Personen. Hier wird an echten Aufgaben gearbeitet: Prompt-Muster, Tool-Auswahl, ein Workflow, der danach im Alltag steht. Am Ende sollte jede Person mindestens einen anwendungsbereiten Fall mitnehmen.

Wenn Sie 30 Personen schulen wollen und Hands-on brauchen, ist die Antwort nicht “ein längerer Termin”, sondern “mehrere Durchgänge”. Das kostet mehr - und es ist die einzige Variante, die funktioniert.

Die vollständige Gegenüberstellung beider Formate mit Preisen steht auf der Seite zu den KI-Schulungen für Unternehmen.

Was es kostet

Zu den Zahlen. Die folgenden Preise sind meine eigenen und keine Markterhebung - ich kenne keine belastbare Schweizer Preisstudie für dieses Segment und erfinde deshalb auch keine Vergleichswerte.

FormatDauerTeilnehmendePreis
Impuls2 Stundenbis 20CHF 1’900
Vertiefung4 Stundenbis 12CHF 4’400

Dazu drei Dinge, die den Endbetrag beeinflussen und in Offerten oft im Kleingedruckten stehen:

  • Mehrwertsteuer. Bei ai-edu kommt keine dazu, weil das Unternehmen nicht mehrwertsteuerpflichtig ist. Bei grösseren Anbietern kommen 8,1 % obendrauf - rechnen Sie das bei jedem Vergleich mit.
  • Reisekosten. Im Grossraum Zürich sind sie bei mir enthalten. Für andere Schweizer Regionen weise ich An- und Abreise transparent aus. Remote ist jederzeit möglich und fällt damit ganz weg.
  • Vorbereitung und Nachbetreuung. Beides gehört bei mir zum Preis: ein kostenloses Kennenlernen vorab, ein schriftliches Curriculum vor der Buchung, 30 Tage E-Mail-Support danach. Prüfen Sie bei jeder Offerte, ob das drin ist oder als Position dazukommt.

Der ehrlichste Kostenvergleich ist ohnehin ein anderer: Rechnen Sie die Arbeitszeit der Teilnehmenden dazu. Vier Stunden mit zwölf Personen sind 48 Personenstunden. Gegenüber diesem Betrag ist das Honorar in den meisten KMU die kleinere Position. Was das Ganze teuer macht, ist nicht der Preis - es ist ein Termin, nach dem niemand etwas anders macht.

Woran Sie eine schwache Offerte erkennen

Vier Signale, die zuverlässig auf ein Problem hindeuten:

  1. Kein Gespräch vor dem Angebot. Wer ohne Vorgespräch ein Curriculum schickt, verkauft ein Standardprogramm mit Ihrem Logo darauf. Ein halbstündiges Kennenlernen kostet nichts und entscheidet über den Rest.
  2. Eine Tool-Liste als Inhaltsverzeichnis. “Wir behandeln ChatGPT, Claude, Copilot, Gemini und Perplexity” ist keine Agenda, sondern eine Aufzählung. Interessant ist, welche Aufgabe aus Ihrem Betrieb mit welchem Werkzeug schneller geht - und welche nicht.
  3. Versprochene Prozentzahlen. Wer Ihnen vor dem ersten Gespräch “30 % Zeitersparnis” zusagt, kennt weder Ihre Prozesse noch Ihre Daten. Seriöse Angaben zu Wirkung entstehen nach der Schulung durch eigene Messung, nicht davor durch Marketing.
  4. Datenschutz als Folie am Schluss. Wenn die DSG-Einordnung ein Zehn-Minuten-Block am Ende ist, wird sie im Alltag nicht tragen. Welcher Tarif welche Daten trägt, ist eine anbieterspezifische Frage mit belegbaren Antworten - der Massstab dafür steht im Leitfaden zum DSG-konformen KI-Einsatz.

Was Sie vorher klären sollten

Damit ein Termin trägt, braucht es von Ihrer Seite drei Antworten. Sie müssen nicht perfekt sein, aber sie müssen vorliegen:

Welche Werkzeuge sind bereits im Haus? Nicht was lizenziert ist, sondern was tatsächlich benutzt wird - inklusive der privaten Konten, von denen die Geschäftsleitung nichts weiss. Diese Bestandsaufnahme ist regelmässig überraschend und verändert den Zuschnitt der Schulung.

Welcher konkrete Arbeitsschritt soll danach anders laufen? Ein Satz genügt: “Die Offertenerstellung soll schneller gehen.” Das ist ein Ziel, an dem sich eine Übung ausrichten lässt. “Wir wollen KI-fit werden” ist keins.

Wer entscheidet über Tool-Freigaben? Wenn im Workshop klar wird, dass ein bestimmter Tarif nötig wäre, sollte jemand im Raum sein, der das beschliessen kann - oder zumindest der Weg dorthin geklärt sein. Sonst verpufft die Erkenntnis.

Der Ablauf, wenn es ernst wird

So läuft es bei mir, und so sollte es ungefähr überall laufen:

  1. Kennenlernen. 30 Minuten Videocall, kostenlos. Ich höre zu: Infrastruktur, Rollen, typische Aufgaben, erste Reibungspunkte.
  2. Curriculum. Auf dieser Basis entwerfe ich das Programm - welche Werkzeuge, welche Tiefe, welche Beispiele, welche Länge. Sie bekommen es schriftlich, vor der Buchung.
  3. Durchführung. Vor Ort oder remote, in Deutsch oder Englisch. Alle Übungen laufen an Ihren Aufgaben.
  4. Nachbetreuung. 30 Tage E-Mail-Support für Rückfragen und Prompt-Reviews. Der Teil, an dem sich entscheidet, ob aus dem Termin eine Gewohnheit wird.

Für Teams im Grossraum Zürich läuft das standardmässig vor Ort in Ihrem Betrieb - Details und lokale Rahmenbedingungen auf der Seite zur KI-Schulung in Zürich. Ausserhalb der Region ist remote in der Regel die bessere Wahl, weil die eingesparte Reisezeit direkt in die Vorbereitung fliesst.

Die realistische Erwartung

Zum Schluss die Einordnung, die in keiner Angebotsseite steht: Eine einzelne Schulung macht aus einem Team keine KI-Organisation. Sie kann drei Dinge leisten, und die sind schon viel.

Sie kalibriert - die meisten über- oder unterschätzen, was die Werkzeuge heute leisten, und beides ist teuer. Sie liefert einen ersten funktionierenden Hebel an einer echten Aufgabe. Und sie schafft eine gemeinsame Sprache, damit die Diskussion nicht bei jedem neuen Werkzeug von vorn beginnt.

Was sie nicht leistet: eine Tool-Strategie, ein KI-Reglement oder die Antwort auf die Frage, welche Prozesse sich automatisieren lassen. Das sind eigene Arbeiten. Wer das in einen Halbtag packt, verkauft eine Illusion.


Weiterführend auf ai-edu.ch:

Kennenlernen buchen